Erfolg ist machbar, wenn du die richtige Strategie kennst.
Lena stand barfuß auf der Wiese, das kühle Gras kitzelte ihre Füße. Vor ihr lag eine schlichte Tonschale, mitten im Gras. Sie hatte sie dort hingestellt, genau zwei Meter entfernt. Neben ihr ein Eimer voller kleiner, glatter Steine. Sie hob einen Stein auf, wog ihn in ihrer Hand und spürte, wie die raue Oberfläche leicht gegen ihre Finger drückte.
„Triff die Schale, und du darfst dich entfernen. Verfehlst du sie, gehst du näher heran.“ Die Worte ihres Mentors klangen noch in ihrem Kopf nach, einfach und klar – und doch voller Bedeutung.
Mit einem tiefen Atemzug hob sie den Arm und visierte die Schale an. Der Stein flog, eine geschmeidige Bewegung – und landete knapp daneben. Ein dumpfes Plopp im Gras. Lena seufzte, trat einen Meter auf die Schale zu und hob den nächsten Stein auf.
Die ersten Schritte
Je näher sie der Schale kam, desto leichter traf sie. Stein um Stein landete mit einem leisen Klacken in der Tonschale, und ein kleines Lächeln huschte über ihr Gesicht. „Das ist gar nicht so schwer,“ dachte sie, doch schon bei der ersten Entfernung von drei Metern wurde es herausfordernder. Der nächste Stein landete daneben, und der übernächste ebenso. Wieder ging sie näher heran.
Es war ein ständiges Vor und Zurück, wie ein Tanz. Sie fühlte sich seltsam verbunden mit dem Rhythmus. Die Nähe gab ihr Sicherheit, die Distanz forderte sie heraus.
Der Kern des Erfolgs
Nach einer Stunde hatte Lena eine Strecke von fünf Metern erreicht – weiter als je zuvor. Ihre Bewegungen wurden präziser, ihre Würfe kontrollierter. Doch ein kleiner Teil in ihr wollte mehr. Sie wollte wissen, wie weit sie wirklich gehen konnte. Jeder verfehlte Wurf war keine Niederlage, sondern ein Schritt zurück, um ihre Technik zu verbessern. „Wenn ich näher herantrete, lerne ich – und wenn ich mich entferne, wachse ich.“
Immer wieder trat sie vor und zurück. Bei jedem Wurf fühlte sie sich präsenter, konzentrierter. Der Klang der Steine in der Schale war wie Musik, die sie antrieb. Es war kein mechanisches Spiel – es war ein Prozess, der sie formte.
Die Lehre der Schale
Nach Wochen des Übens stand Lena schließlich auf einer Distanz von zehn Metern. Die Schale sah winzig aus, und die Steine in ihrer Hand schienen winzig. Sie wusste, dass jeder Wurf zählen würde. Sie atmete tief ein, fixierte die Schale und warf. Der Stein flog in einem eleganten Bogen – und landete perfekt in der Mitte. Ein leises, klares Klacken erklang, und Lena grinste breit.
Doch statt sich triumphierend zurückzulehnen, griff sie sofort zum nächsten Stein. „Wie weit kann ich noch gehen?“, dachte sie. Sie wusste, dass die Distanz nicht das Ziel war. Es ging darum, die Balance zu finden: zwischen Sicherheit und Herausforderung, zwischen Nähe und Entfernung.
Die Schale und die Steine hatten ihr etwas beigebracht, das sie nicht vergessen würde: „Jeder Schritt zurück bringt dich näher an deinen nächsten Erfolg.“